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Was ist Bio-Baumwolle, kontrolliert biologischer Anbau (kbA) und GOTS?


Eigenschaften von Baumwolle und warum ist sie so beliebt?


Baumwolle ist eine hautsympathische Naturfaser mit Eigenschaften, die sie für unsere Unterwäsche ideal und damit auch so beliebt macht. Stoffe aus Baumwolle sind sehr anschmiegsam und fühlen sich auf der Haut angenehm, natürlich und weich an. Zudem ist sie saugfähig, atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend. Baumwolle sorgt für hervorragende Hygiene und hat ein geringes Allergiepotenzial, selbst bei empfindlicher Haut. Sie ist zudem langlebig, strapazierfähig und sehr pflegeleicht.

Gerade mal 1 % der weltweit gehandelten Baumwolle wird biologisch angebaut. Bio-Baumwolle stammt meist von kleinen Bauern, die in vielfacher Hinsicht davon profitieren. Zum einen sind die gesundheitlichen Vorteile und der Erhalt bzw. Förderung der Lebensgrundlage zu nennen, aber auch der finanzielle Vorteil, da Bio-Baumwolle einen höheren Preis auf dem Weltmarkt erzielt. Textilien aus Bio-Baumwolle besitzen aufgrund ihrer schonenden Verarbeitung eine höhere Qualität. Der Stoff ist weicher und reißfester im Vergleich zu herkömmlicher Baumwolle.


Was ist Bio-Baumwolle?


Die Begriffe „Bio", „öko" oder „aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA)" sind wie bei Lebensmitteln auch bei dem landwirtschaftlichen Rohstoff Baumwolle geschützt. Sie dürfen nur vergeben werden, wenn die Richtlinien des ökologischen Landbaus eingehalten werden (EG-Öko-Basisverordnung 834/2007 08). Dies kontrolliert eine unabhängige Zertifizierungsstelle mindestens einmal im Jahr vor Ort. Die Betriebe müssen ihre Produktionsmethoden und ihren Warenfluss offenlegen. In Asien, Afrika und Lateinamerika sind Gemeinschaften von Kleinbauern weit verbreitet. Hier sorgt zudem ein internes Kontrollsystem zwischen den Kleinbauern für die konsequente Einhaltung der Richtlinien.

International wird für „Bio" die Bezeichnung „organic" verwendet. Beim Anbau der Bio-Baumwolle wird unter anderem auf den Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Kunstdünger verzichtet. Gentechnik ist gänzlich untersagt. Um den Boden zu schonen, wird auch die Fruchtfolge abwechslungsreich gestaltet. Umweltschädliche Methoden, die im konventionellen Baumwollanbau üblich sind, sind verboten. Verzichtet wird auch auf giftige Schädlingsbekämpfungsmittel und Entlaubungsmittel, die für die Gesundheit der Bauern und die Natur äußerst problematisch sind.

Durch die Vermeidung der giftigen Entlaubungsmittel, die vor allem für die Vorbereitung der maschinellen Ernte nötig sind, ist nur noch eine Ernte per Hand möglich, was sich wiederum positiv auf die Qualität der Bio-Baumwolle auswirkt. Es kommt zu weniger Verunreinigungen und die Umwelt wird geschont.

Statt wie im konventionellen Anbau, die Böden auszulaugen und diese mit Kunstdünger ertragsfähig zu halten, wird in der biologischen Landwirtschaft mit einem geschlossenen Nährstoffkreislauf die Humusschicht erhalten bzw. aufgebaut. Dazu wird auf einen abwechslungsreichen, bodenschonenden Fruchtwechsel geachtet. Die Baumwolle wird im Wechsel mit anderen Kulturen angebaut. Dies dient der Bodenpflege und beugt der Vermehrung von Schädlingen und Krankheiten vor. Auch die gleichzeitige Aussaat anderer Pflanzen vermeidet unnötigen Spritzmitteleinsatz. So werden zum Beispiel in Westafrika Sonnenblumen um die Baumwollfelder gepflanzt. Diese ziehen Schädlinge wie den Baumwollkapselkäfer an und verhindern so einen Befall der Baumwollpflanzen. Für den Erhalt und die Verbesserung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit werden biologische Dünger verwendet, es wird z.B. mit Mist und Kompost gedüngt.

Der Boden kann nun durch den erhöhten Humusanteil mehr Wasser und CO² speichern. Dadurch ist weit weniger Wasser als wie im konventionellen Anbau nötig.




Bedeutet Bio-Baumwolle auch gleichzeitig faire Baumwolle?


Eigene soziale Standards beinhaltet das Bio-Zertifikat nicht. Es gelten die gesetzlichen Mindeststandards. Doch gerade für Kleinbauern in ärmeren Ländern wirkt sich die ökologische Wirtschaftsweise positiv auf die Lebensumstände aus. Sie kommen nicht mit gesundheitsgefährdenden Spritzmitteln in Kontakt. Anstatt für chemische Düngemittel viel Geld auszugeben, bringen sie hofeigenen Mist und Kompost auf die Felder. Für ihre Bio-Ware erzielen sie in der Regel deutlich bessere Preise. Außerdem bietet die vorgeschriebene Fruchtfolge den Kleinbauern die Chance, weitere Bio-Produkte für die Ernährung der eigenen Familie und für die Vermarktung anzubauen und sich auf diese Weise unabhängiger von der Baumwolle zu machen.

Mit dem Kauf eines einzigen T-Shirts aus biologischer Baumwolle bewahrt man rund sieben Quadratmeter Anbaufläche vor Pestiziden und Kunstdünger.


Ist Unterwäsche aus Bio-Baumwolle Bio-Wäsche?


Nein, dies garantiert ausschließlich den ökologischen Anbau der Faser. Über die Weiterverarbeitung bis hin zum fertigen Kleidungsstück sagt es nichts aus. Wer sicher gehen möchte, dass die Baumwollstoffe und das Kleidungsstück fair produziert und frei von gefährlichen Chemikalien wie Azofarbstoffen, Lösungsmitteln und Schwermetallen sind, der muss auf weitreichendere Textilsiegel achten.

Unsere „Fancy Organic Cotton Kollektion" ist GOTS-zertifiziert!

Fancy Organic Cotton Kollektion


Für was steht GOTS?




- GOTS steht für die nachhaltige Weiterverarbeitung von Bio-Baumwolle -


„Bio", „öko" oder „aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA)" sagt nichts über die Weiterverarbeitung aus. Dafür gibt es den Global Organic Textile Standard (GOTS). Dieser beinhaltet Richtlinien für eine nachhaltige und umweltfreundliche Weiterverarbeitung. Schädliche Chemikalien und giftige Farbstoffe sind strengstens untersagt und soziale Mindestanforderungen geregelt. Das heißt, die Bio-Baumwolle wird auch nachhaltig weiterverarbeitet. Die Baumwoll-Stoffe unserer „Fancy Organic Cotton Kollektion" werden in Deutschland unter den GOTS-Richtlinien versponnen und eingefärbt.


GOTS – mehr als Bio!


Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist der weltweit führende Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Entlang der gesamten Produktionskette werden hohe umwelttechnische Anforderungen definiert und die Einhaltung von sozialen Kriterien gefordert. Dem Verbraucher soll bei seiner Kaufentscheidung durch das GOTS-Label die Sicherheit gegeben werden, dass das Produkt ökologisch nachhaltig hergestellt wurde. Angefangen bei einer biologischen Rohstoffgewinnung über eine umweltverträgliche und sozial verantwortliche Herstellung bis zu einem fertigen Produkt, das frei von gefährlichen Chemikalien und giftigen Farbstoffen ist.


Ökologische Kriterien von GOTS


Voraussetzung für eine GOTS-Zertifizierung ist, dass das Produkt aus mindestens 70 % ökologisch erzeugter Naturfaser besteht. Erst ab 95 % Bio-Baumwolle wird die Auszeichnung „GOTS organic" vergeben. Es werden nur Rohstoffe erlaubt, die nach anerkannten internationalen oder nationalen Bioanbaustandards (EU Bio-Verordnung (Verordnung EG Nr. 834/2007), USDA NOP oder IFOAM Family of Standards) produziert wurden.

Für die Verarbeitung der Textilien werden nur unverzichtbare Zusätze erlaubt, die bestimmte Anforderungen an die Giftigkeit und die biologische Abbaubarkeit erfüllen. Es werden keine schädlichen chemischen Zusätze erlaubt. Chlorbleiche, giftige oder ätzende Farbstoffe sind gänzlich verboten.

Die produzierenden Betriebe müssen darüber hinaus über ein Umweltschutzprogramm zur Reduzierung von Abwasser und Abfällen verfügen. Die Verpackungen von GOTS-Textilien dürfen kein PVC enthalten, und Etiketten aus Papier müssen recycelt sein oder aus FSC- oder PEFC-Quellen stammen.

Weitere Informationen zum GOTS-Qualitätssiegel


Soziale Kriterien von GOTS


GOTS definiert auch soziale Kriterien, die die Arbeiter in den Produktionsstätten schützen. Dazu gehören unter anderem:


  • eine sichere und hygienische Arbeitsumgebung
  • Zwangsarbeit und Kinderarbeit sind strengstens untersagt
  • ein existenzsichernder Mindestlohn
  • reguläre Arbeitszeiten
  • Diskriminierende und inhumane Behandlung sind verboten
  • Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen


Sind Bio-Textilien nachhaltig?


Textilien aus „Bio", „öko" oder „aus kontrolliert biologisch angebauter Baumwolle (kbA)" sind nachhaltig. Baumwolle ist langlebig und biologisch abbaubar. Der kontrolliert biologische Anbau (kbA) vermeidet schwerwiegende Umweltbelastungen beim Anbau der Baumwolle, und GOTS- zertifizierte Textilien werden zudem umweltschonend weiterverarbeitet.

Bio-Baumwolle und GOTS können einen großen Unterschied in Bezug auf Nachhaltigkeit bei Textilien machen.
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